Brautätigkeit ist in Schwalenberg bereits im Mittelalter nachgewiesen. So wird zum Beispiel auf der Burg ein „Brau- und Backhaus“ erwähnt. Weitere wichtige Braustätten gab es in den Meiereien, von denen Schwalenberg zwei besaß, eine Lippische am Neuen Tor und eine Paderborner vor der Altstadt.

Einen weiteren Impuls erhielt das Brauwesen in Schwalenberg, als am 7.
Februar 1661 Graf Hermann Adolph zur Lippe dem Flecken Schwalenberg
„zur Beförderung ihrer Nahrung” und „Bezeigung Unserer gnädigen
landesvätterlichen Affection [Zuneigung]” das Recht gewährte, ein
Braueramt „Braw Ambt“ einrichten zu dürfen. (Bild rechts)
Nunmehr konnten sich Bürgerinnen und Bürger in dieses Brauamt einkaufen. Die Polizeigewalt wurde auf die Stadt übertragen und an den Landesherrn waren fortan Abgaben zu leisten. So wurde das Brauamt für den damaligen Marktflecken Schwalenberg auch wirtschaftlich und sozial bedeutsam.

Zunächst wurde „in Reihe“ gebraut. Man besaß damals nur ein Braugeschirr, das unter den Brauerinnen und Brauern weitergereicht wurde. Später konnte man sich ein eigenes Gemeinschaftsbrauhaus leisten (Bild unten links). Die Mitglieder des Brauamtes leisteten sich im Laufe der Zeit auch eine eigene Sonn- und Festtagstracht (Bild unten rechts). Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verloren die Brauämter allerdings zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem gegenüber den neuen industriellen Brauereien (Dampfbierbrauereien). So musste auch das Schwalenberger Brauamt im Dezember 1875 sein Brauhaus zum Schuldenabbau verkaufen. Gebraut wurde aber weiter. Bereits um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert begann man dann in Schwalenberg die Trachten und Tänze der Brauer festzuhalten und weiter zu pflegen.

Die Gesetzgebung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schränkte das private Brauen in Deutschland deutlich ein, was einem Verbot gleichkam. Erst ein „vorläufiges Biersteuergesetz“ hob die meisten der Einschränkungen 1992 wieder auf, so dass danach eine neue Hobbybrauerszene in Deutschland entstand.
Dem schlossen sich einige Jahre später auch Braubegeisterte in Schwalenberg an, und etablierten das handwerkliche Bierbrauen neben der Pflege von Trachten und Tänzen, im Sinne des alten Brauamtes. Dementsprechend hielt man sich so streng wie eben möglich an die überlieferten Traditionen. 2017 stellte die Schwalenberger Brauzunft e.V. an die nationale UNESCO-Kommission den Antrag ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden, was 2021 in Kooperation mit dem Deutschen Brauerbund schließlich auch gelang.

Brautätigkeit ist in Schwalenberg bereits im Mittelalter nachgewiesen. So wird zum Beispiel auf der Burg ein „Brau- und Backhaus“ erwähnt. Weitere wichtige Braustätten gab es in den Meiereien, von denen Schwalenberg zwei besaß, eine Lippische am Neuen Tor und eine Paderborner vor der Altstadt.

Einen weiteren Impuls erhielt das Brauwesen in Schwalenberg, als am 7.
Februar 1661 Graf Hermann Adolph zur Lippe dem Flecken Schwalenberg
„zur Beförderung ihrer Nahrung” und „Bezeigung Unserer gnädigen
landesvätterlichen Affection [Zuneigung]” das Recht gewährte, ein
Braueramt „Braw Ambt“ einrichten zu dürfen. (Bild rechts)
Nunmehr konnten sich Bürgerinnen und Bürger in dieses Brauamt einkaufen. Die Polizeigewalt wurde auf die Stadt übertragen und an den Landesherrn waren fortan Abgaben zu leisten. So wurde das Brauamt für den damaligen Marktflecken Schwalenberg auch wirtschaftlich und sozial bedeutsam.

Zunächst wurde „in Reihe“ gebraut. Man besaß damals nur ein Braugeschirr, das unter den Brauerinnen und Brauern weitergereicht wurde. Später konnte man sich ein eigenes Gemeinschaftsbrauhaus leisten (Bild unten links). Die Mitglieder des Brauamtes leisteten sich im Laufe der Zeit auch eine eigene Sonn- und Festtagstracht (Bild unten rechts). Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert verloren die Brauämter allerdings zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem gegenüber den neuen industriellen Brauereien (Dampfbierbrauereien). So musste auch das Schwalenberger Brauamt im Dezember 1875 sein Brauhaus zum Schuldenabbau verkaufen. Gebraut wurde aber weiter. Bereits um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert begann man dann in Schwalenberg die Trachten und Tänze der Brauer festzuhalten und weiter zu pflegen.

Die Gesetzgebung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts schränkte das private Brauen in Deutschland deutlich ein, was einem Verbot gleichkam. Erst ein „vorläufiges Biersteuergesetz“ hob die meisten der Einschränkungen 1992 wieder auf, so dass danach eine neue Hobbybrauerszene in Deutschland entstand.
Dem schlossen sich einige Jahre später auch Braubegeisterte in Schwalenberg an, und etablierten das handwerkliche Bierbrauen neben der Pflege von Trachten und Tänzen, im Sinne des alten Brauamtes. Dementsprechend hielt man sich so streng wie eben möglich an die überlieferten Traditionen. 2017 stellte die Schwalenberger Brauzunft e.V. an die nationale UNESCO-Kommission den Antrag ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen zu werden, was 2021 in Kooperation mit dem Deutschen Brauerbund schließlich auch gelang.